Audimax-Besetzung geht weiter

Thema: Newsticker, Uni Brennt - Materialen, Uni Brennt - Pressetexte um 21:22 am 22. 10. 2009

Audimax-Besetzung geht weiter

 

Bis zu 1000 Studierende bereiten sich auf ihre erste Nacht im besetzten Audimax der Universität Wien vor. Die Polizei hat sich von den Eingängen zurückgezogen, bleibt aber weiter präsent. Für Freitag ist eine Ausweitung der Proteste geplant.

 

Seit Donnerstag 13 Uhr halten Studierende aller Studienrichtungen der Universität das Audimax besetzt. Zwischenzeitlich beteiligten sich bis zu 1000 Studierende an der Aktion im größten Hörsaal und es wurden weitere Hörsäle besetzt. Mehrere Lehrende bekundeten ihre Solidarität und riefen zur Teilnahme am Protest auf. Auch sie würden unter den Studienbedingungen leiden.

 

Trotz des durchweg friedlichen Verlaufs blockierte ein Großaufgebot der Polizei zeitweise die Zugänge zur Universität. Nach Verhandlungen der ÖH Uni Wien mit dem Rektorat zog sich die Polizei zurück. Obwohl das Rektorat zugesichert hat, das Audimax nicht räumen zu lassen, sind BeamtInnen bis zur Stunde präsent.

 

Ausweitung der Proteste für Freitag geplant

Im Audimax wurde ein Freiraum geschaffen für Diskussionen, die in den straff durchorganisierten Lehrveranstaltungen sonst oft keinen Platz haben. Das Mikrofon steht allen zur freien Rede offen.

 

In einer einstündigen Vollversammlung am Nachmittag diskutierten die Studierenden gemeinsam über den Fortgang der Besetzung und beschlossen für Freitag eine Ausweitung der Proteste. Verhandlungen mit dem Rektorat wollen die Studierenden nur im Audimax führen.

 

Diskussion in Arbeitsgruppen

Die Studierenden können ihre Forderungen auf Wandplakaten festhalten und schriftlich diskutieren. In einer eigens dafür eingerichteten Arbeitsgruppe diskutieren die TeilnehmerInnen darüber. Weitere Arbeitsgruppen beschäftigen sich u.a. mit der Situation in einzelnen Studienrichtungen und internationaler Vernetzung. 

 

Die Besetzung geht weiter. Die Studierenden bereiten sind auf eine Nacht im Audimax vorbereitet. Musik, Essen, Getränke und Schlafsäcke sind vorhanden.

 

Entgegen anders lautender Medien-Berichte handelte es sich bei der Demonstration vom Sigmund-Freud-Park um einen spontanen Protest, der weder von der ÖH noch von anderen Organisationen initiiert worden war.

1 Kommentar »

Kommentar von Holly

23. Oktober 2009 @ 13:08

Hallo!

Finde ja Proteste gegen die miesen Studienbedingungen, Steps und Erweiterungscurriculars und Vorraussetzungsketten absolut richtig, dass die Unis mehr Geld brauchen ist auch klar, kann aber nicht alle Forderungen unterstützen. Was spricht prinzipiell gegen qualitative Auswahlverfahren mit Bewerbungsschreiben und Aufnahmegesprächen (kein NC!)? Und ein bisschen Leistungsdruck und Konkurrenz schaden auch niemanden.
Wenn es in allen unseren Nachbarländern Studiengebühren gibt, macht es auch keinen Sinn ganz auf diese zu verzichten- wäre für sozial gestaffelte Gebühren.
Das Bolognasystem ist auch nicht grundsätzlich schlecht, schlecht ist nur was die Uni Wien daraus gemacht hat, bzw. wie sie es implementiert hat. An anderen Unis hat der BA auch Vorteile.

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